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Nahaufnahme eines aufgeschlagenen Buches mit einem Bleistift zwischen den Seiten, in Schwarzweiß

Glossar

Hishi

Das Muster, das jeder von den Fotos kennt, und das so gut wie nichts festhält.

Was ist Hishi?

Hishi (japanisch 菱, “Raute”) ist ein Seilmuster aus aneinandergereihten Rauten über dem Rumpf, gelegt nach der japanischen Bindetradition. In voller Form heißt die Bindung Hishinawa Shibari. Ein Hishi hält kaum etwas fest und soll vor allem den Körper zeichnen. Er wird oft mit Kikkou in einen Topf geworfen, das genau genommen Sechsecke macht statt Rauten.

Englische BezeichnungIdentisch. Hishi ist auch im Englischen das gängige Wort; beschreibend spricht man von einem diamond pattern. Siehe den Enzyklopädie-Eintrag.
Japanisch菱 (hishi), Wassernuss und im weiteren Sinne Raute; die Bindung in voller Form 菱縄縛り, Hishinawa Shibari
Woüber Brust, Bauch und Hüften, meist durchlaufend in einem Seil zwischen den Beinen
Kategorieein Muster innerhalb von Bondage; innerhalb der japanischen Seilkunst gehört Hishi zu Shibari
Nicht zu verwechseln mitKarada, das das ganze Harness ist und nicht das Muster; und Kikkou, das Sechsecke legt statt Rauten
Wichtigstes Merkmalein Hishi bindet fast nicht; wer wirklich fest liegen will, braucht eine andere Bindung dazu

Woher das Wort Hishi kommt

Von einer Wasserpflanze mit rautenförmigen Blättchen.

菱 ist das japanische Wort für die Wassernuss, deren schwimmende Blätter rautenförmig sind, und dadurch ist es auch das Wort für die Raute selbst geworden. Dieselbe Raute steckt im Namen Mitsubishi: 三 mitsu ist drei, 菱 hishi ist Wassernuss, und das Logo des Konzerns ist nach der Pflanze gezeichnet. Im feudalen Japan wurden die scharfen Früchte übrigens auch als Fußangel benutzt, scharf genug, um durch die Sohle einer Strohsandale zu gehen.

Das Muster selbst kommt nicht aus dem Schlafzimmer. Die japanische Enzyklopädie beschreibt, dass diese Art zu binden ursprünglich für große, schwere Ballen diente, Reisballen zum Beispiel: Seile, die nur über Kreuz liegen, lassen so einen Ballen verrutschen und lecken, und ein Netz aus Vielecken tut das nicht. In der Edo-Zeit wurde dasselbe Netz benutzt, um Gefangene zu transportieren.

Was ein Hishi tut und was nicht

Wenig festhalten, viel zeigen.

Der japanische Eintrag sagt es ohne Umschweife: eine Kikkou- oder Hishi-Bindung gibt wenig Gefühl von Festgebundensein, und genau deshalb wird sie so viel benutzt, weil sie schön ist. Die Seile sinken ins Fleisch und betonen Brüste, Taille, Bauch und Po. Was das Muster trägt, ist Symmetrie, und das ist zugleich das Schwierigste daran: jede Raute muss so groß sein wie ihre Nachbarin, sonst zieht sich das Bild schief.

Unten geht die senkrechte Linie in ein Seil zwischen den Beinen über. Dort sitzt oft ein Knoten, und das ist die Stelle, an der ein dekoratives Muster plötzlich etwas anderes wird.

Worauf du bei einem Hishi achtest

  • Verlass dich nicht darauf, dass jemand darin festliegt. Ein Hishi ist ein Muster, keine Fessel; willst du Bewegungsfreiheit wegnehmen, kommt dazu eine eigene Bindung.
  • Leg die ersten drei Rauten mit dem Zollstock im Kopf, denn schiefe Abstände unten ziehst du oben nicht mehr gerade.
  • Besprich den Knoten im Schrittseil, bevor du ihn legst, nicht während er schon an seinem Platz sitzt.
  • Prüf, ob unter jede Wicklung noch ein Finger passt, auch bei einer Bindung, die nur schön sein muss.

Wo das auf dieser Seite passt

Willst du einmal sehen, was Seil mit deiner Silhouette macht, ohne dass du gleich irgendwo festhängst, dann ist das eine der ruhigsten Arten, mit Bondage anzufangen. Auf der Seite über das BDSM-Date steht, wie wir das vorher besprechen.

Quellen

  • 亀甲縛り (kikkou shibari). Japanischsprachige Wikipedia. Liefert die Unterscheidung, dass genau genommen nur Sechsecke auf dem Körper Kikkou Shibari heißen und Rauten Hishinawa Shibari, und dass die zwei wegen des schildkrötenartigen Gesamtbilds oft in einen Topf geworfen werden; weiter, dass die Bindung wenig Gefühl von Festgebundensein gibt und gerade wegen ihres Aussehens viel benutzt wird, dass das Seil immer symmetrisch gelegt wird, dass die senkrechte Rautenlinie unten in ein Schrittseil übergeht, in das manchmal ein Knoten kommt, und dass die Technik ursprünglich für Reisballen und später für den Transport von Gefangenen in der Edo-Zeit benutzt wurde. Dieser Artikel stützt sich auf zwei Buchtitel und sonst auf nichts; er ist hier nur für Terminologie und Beschreibung verwendet, nicht für eine Sicherheitsaussage.
  • Japanese bondage. Englischsprachige Wikipedia. Liefert die Beschreibung von Hishi als Bindung mit Rautenformen, den Namen Hishi-Kikkou für die Variante über den ganzen Körper, den Umstand, dass Manga das Muster populär gemacht hat, die Beschreibung von Kikkou als Bindung, die auf ein Schildkrötenmotiv auf der Oberseite des Rumpfes hinausläuft, die Erwähnung von Karada als das im Westen benutzte japanische Wort für Körper, und die japanische Schreibweise 菱縄縛り neben 亀甲縛り.
  • Water caltrop. Englischsprachige Wikipedia. Liefert die Bedeutung von 菱 (hishi) als Wassernuss, die rautenförmigen Schwimmblätter der Pflanze, die Herkunft des Namens und das Bildzeichen Mitsubishi als “drei Rauten” oder “drei Wassernüsse” aus 三 (mitsu, drei) und 菱 (hishi), und die Verwendung der scharfen Früchte im feudalen Japan als Ersatz für eiserne Fußangeln, scharf genug, um durch die Sohle einer Strohsandale zu gehen.

Verwandte Begriffe

  • Bondage. Die Praxis, von der Hishi ein dekorativer Teil ist, mit den bindenden Varianten dabei.
  • Brustbondage. Die Seilarbeit rund um die Brust, auf der ein Hishi oft aufbaut.
  • Hanfseil. Das Material, in dem dieses Muster von jeher gelegt wird.
  • Friktion. Die Klemmung, die jede Raute an ihrem Platz hält, solange die Bindung nicht straff steht.
  • Asanawa. Das japanische Wort für die Hanf-Seilarbeit, aus der Hishi hervorgeht.
  • Gote Shibari. Die Armfessel, die in der japanischen Seilkunst meist vor einem Hishi gelegt wird.
  • Harness. Das westliche Gegenstück zu einem Seil-Harness über dem Rumpf.
  • Karada. Das Harness, in dem ein Hishi meist gelegt wird; das Karada ist das Harness, Hishi die Zeichnung darin.
  • Shibari. Die japanische Seiltradition, aus der dieses Muster kommt.
  • Shinju. Das Brust-Harness, in dem ein Hishi oft landet.

Häufig gestellte Fragen

Was Menschen sonst noch über Hishi fragen.

  1. Was ist Hishi?

    Hishi ist ein japanisches Seilmuster aus aneinandergereihten Rauten über dem Rumpf; das Wort 菱 bedeutet Wassernuss und im weiteren Sinne Raute. In voller Form heißt die Bindung Hishinawa Shibari. Ein Hishi hält kaum etwas fest und dient vor allem dazu, den Körper zu zeichnen, meist durchlaufend in einem Seil zwischen den Beinen.

  2. Was ist der Unterschied zwischen Hishi und Kikkou?

    Hishi legt Rauten auf den Körper, Kikkou legt Sechsecke. Die japanische Enzyklopädie hält die zwei streng auseinander, aber weil das Endergebnis bei beiden an einen Schildkrötenpanzer erinnert, werden sie in der Praxis oft unter einen Nenner gebracht, und ein Hishi über den ganzen Körper heißt manchmal Hishi-Kikkou.

  3. An wen kannst du dich mit Fragen zu Hishi wenden?

    An Victor, Gigolo in den Niederlanden, Belgien und Deutschland, gut fünfundzwanzig Jahre im BDSM und ausgebildet als Psychotherapeut. Er arbeitet mit echtem Hanfseil und kann dir erzählen, was ein dekoratives Muster tut und was nicht, bevor du selbst damit anfängst. Eine Frage stellen kannst du unverbindlich über das Kontaktformular oder erst kostenlos chatten.

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Diese Seite gibt den Begriff und die Herkunft. Wie sich Shibari anfühlt und wo du mit einfacher Seilarbeit anfängst, steht in diesen zwei Artikeln.

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