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Nahaufnahme eines aufgeschlagenen Buches mit einem Bleistift zwischen den Seiten, in Schwarzweiß

Glossar

Karada

Das Seilwerk, das du unter deiner Kleidung anbehalten kannst, und das überhaupt nichts festsetzt.

Was ist ein Karada?

Karada (japanisch 体, “Körper”) ist der westliche Name für ein Seilharness, das wie ein Netz um den Rumpf gelegt wird, aus ungefähr zehn bis fünfzehn Metern Seil. Ein Karada bindet nichts fest: es verteilt Druck über den Rumpf und liefert Befestigungspunkte für anderes Seilwerk. Das Muster darin heißt Hishi oder Kikkou.

Japanisch体, einfach “Körper”; als Name für diese Bindung ist es ein westlicher Gebrauch des Wortes
Wie viel Seilzehn bis fünfzehn Meter, immer wieder um den Körper herum und zurück
Was es tutDruck verteilen und Ankerpunkte liefern, bis hin zu einer Aufhängung
Nicht zu verwechseln mitHishi, das das Rautenmuster ist und nicht das Harness; Kikkou legt Sechsecke statt Rauten
Wichtigstes Risikodie Achselhöhle: dort läuft das Seil über Gefäße und Nerven, die kaum bedeckt sind

Wie ein Karada gelegt wird

Dieselbe Quelle zieht den Vergleich mit dem ledernen Harness und kommt zu dem Schluss, dass der Effekt derselbe ist. Binden tut so ein Netz nicht. Was es tut, ist Druck verteilen und Ankerpunkte für weiteres Seilwerk liefern, bis hin zu einer Aufhängung. Sollen die Arme mit, dann laufen die Bahnen darüber statt darunter.

Warum der Name in die Irre führt

Karada bedeutet im Japanischen nichts anderes als “Körper”. Es ist ein Wort, das im Westen an dieser Bindung hängen geblieben ist; die Enzyklopädie über japanische Bondage nennt es wörtlich ein japanisches Wort, das im Westen für das Körperharness verwendet wird. In Japan geht es um das Muster: der japanische Eintrag über Kikkou Shibari reserviert Kikkou streng für Sechsecke und Hishinawa Shibari für Rauten, und merkt an, dass die beiden wegen des Schildkröten-Anblicks oft in einen Topf geworfen werden. Wer ein Karada bei einem japanischen Seillehrer bestellt, kann also durchaus einen fragenden Blick zurückbekommen.

Worauf du achtest

  • Behandle ein Karada wie Kleidung, nicht wie eine Fessel. Wer wirklich nicht mehr herauskönnen soll, braucht dazu Handgelenke oder Fußgelenke, die separat fixiert werden.
  • Schau erneut auf die Achselhöhlen, wenn jemand sich setzt, aufsteht oder hängt. Dort liegt das empfindlichste Gewebe der ganzen Bindung, und ein Haltungswechsel verlagert den Druck dorthin.
  • Prüfe, ob unter jede Bahn zwei Finger passen, auch bei einem Harness, das nur schön sein soll.
  • Besprich das Seil zwischen den Beinen, bevor du es legst, nicht wenn es schon liegt.

Wo das auf dieser Seite passt

Ein Karada ist eine der ruhigsten Arten zu merken, was Seil mit dir macht: du kannst einfach darin herumlaufen, und du sitzt nirgends fest. Auf der Seite über das BDSM-Date steht, wie wir vorher besprechen, wie weit das Seil geht.

Quellen

  • Japanese bondage. Wikipedia. Liefert, dass Karada ein japanisches Wort für “Körper” ist, das im Westen für das Körperharness verwendet wird, und die Beschreibungen von Kikkou als Bindung, die auf ein Schildkrötenmotiv hinausläuft, und von Hishi als Bindung mit Rautenformen.
  • 亀甲縛り (kikkou shibari). Japanischsprachige Wikipedia. Hier nur für die Namensgebung in Japan selbst verwendet: dass die Bezeichnung kikkou shibari streng genommen zu sechseckigen Bindungen gehört, dass rautenförmige Bindungen dort hishinawa shibari heißen, und dass beide Namen in der Praxis durcheinandergehen, weil das Ganze an einen Schildkrötenpanzer erinnert. Dieser Artikel stützt sich auf zwei Buchtitel und sonst auf nichts.

Verwandte Begriffe

  • Hishi. Das Rautenmuster, das in einem Karada steckt; das Karada ist das Harness, Hishi ist die Zeichnung darin.
  • Harness. Das lederne Gegenstück, mit demselben Wirkprinzip und einem anderen Druckprofil.
  • Shibari. Das japanische Seilwerk, aus dem diese Bindung hervorgeht, mit der Geschichte und den Risikozahlen.
  • Brustbondage. Das Seilwerk direkt darüber, das sehr wohl um die Brust schließt.
  • Jute und Hanfseil. Die zwei Materialien, in denen ein Karada meist gelegt wird.
  • Bondage. Der breitere Rahmen, mit den Faustregeln, die überall gelten.
  • Shinju. Der Brustteil, der oft mit einem Karada kombiniert wird, und die Herkunft dieses Wortes.

Häufige Fragen

Was Menschen noch zum Karada fragen.

  1. Was ist ein Karada?

    Ein Karada ist ein Seilharness, das wie ein Netz um den Rumpf gelegt wird, aus ungefähr zehn bis fünfzehn Metern Seil. Auf Englisch heißt es rope harness oder rope dress. Ein Karada bindet niemanden fest: es verteilt Druck über den Rumpf und liefert Befestigungspunkte für anderes Seilwerk.

  2. Was ist der Unterschied zwischen einem Karada und Hishi?

    Das Karada ist das Harness, Hishi ist das Muster darin. Hishi bedeutet Raute, und ein Hishi ist die Reihe von Rauten, die über Brust, Bauch und Hüften entsteht. Kikkou ist die Variante mit Sechsecken. Du kannst also ein Karada in Hishi legen, aber du legst kein Hishi ohne Harness drumherum.

  3. An wen kannst du dich mit Fragen zu einem Karada wenden?

    An Victor, Gigolo mit fünfundzwanzig Jahren Erfahrung in BDSM und einem Hintergrund als Psychotherapeut. Bondage steht auf seiner Liste mit Möglichkeiten, in echtem Hanf, und ein Harness aus Seil ist eine der ruhigsten Arten, damit anzufangen. Fragen kannst du unverbindlich über das Kontaktformular oder über kostenlos chatten.

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