
Shibari-Fesselung und Connective Kink erklärt: Ästhetik, Vertrauen und tiefe Verbindung. Auch schön als Bondage für Anfänger.

Glossar
Seil, bei dem der Boden das Gewicht trägt und du nur die Form: der Ort, an dem die meiste Seilarbeit passiert und am meisten zu spüren ist.
Floorwork (deutsch: Seilspiel am Boden) ist Seilbondage, bei der der Körper der gefesselten Person sein Gewicht auf dem Boden, einem Bett oder einem Stuhl hält, statt an einem Aufhängepunkt. Bei Floorwork trägt das Seil also kein Körpergewicht. Es steht der Suspension gegenüber, bei der jemand tatsächlich an Seilen hängt.
| Englischer Begriff | Identisch. Floorwork; in derselben Bedeutung wird auch groundwork verwendet. Siehe den Enzyklopädie-Eintrag über Seilbondage. |
| Auch bekannt als | groundwork, Seilspiel am Boden |
| Kategorie | Bondage; innerhalb der japanischen Seilarbeit gehört Floorwork zu Shibari |
| Gegenstück | Suspension; die Zwischenform, bei der jemand noch mit einem kleinen Teil den Boden berührt, heißt Partial |
| Was du brauchst | Seil und einen Boden, keinen Aufhängepunkt und keine Hardware für dynamische Belastung |
| Wichtigstes Risiko | Nervenquetschung, die auch ohne Aufhängung auftreten kann |
Zwei Menschen, eine Matte und eine Rolle Seil, und sonst nichts an der Decke.
Die Soziologin Zoey Jones, die für ihre Promotionsforschung an der Carleton University 23 Seilpraktizierende interviewte, beschreibt die gewöhnlichen Orte, an denen das passiert, ganz ohne Feierlichkeit: auf einem Bett, auf einem Teppich, in einem Stuhl, an Bahngleisen oder in einer Schlammpfütze auf einem Waldboden. Der Boden ist der Ausgangspunkt und nicht die zweite Wahl.
Was du siehst, ist meist statisch. Jemand sitzt oder liegt, die Arme kommen hinter den Rücken oder an den Körper, und das Seil hält die Haltung fest, in der die Person schon sitzt. Weil nichts hängt, kann derjenige, der bindet, die ganze Zeit in Armlänge bleiben und mit einer Hand auf der Haut kontrollieren, was passiert.
Floorwork ist auch der Ort, an dem Menschen das Handwerk lernen. Eine der Teilnehmerinnen in Jones’ Untersuchung, ein Bottom mit einer Behinderung, die sich das Fesseln selbst beibrachte, weil sie schwer Partner fand, fasst es so zusammen: Wenn du einmal genug Floorwork gemacht hast, ist der Schritt zum eigenen Aufhängen nicht mehr sehr schwer, solange du gut auf das hörst, was die Rigger sagen.
Weil der Boden das Gewicht trägt und das Seil nur die Form.
Sobald jemand hängt, wird dasselbe Seil zu einer Tragkonstruktion. Dieser Unterschied steckt in allen Quellen. Die Enzyklopädie über Suspension stellt kurz fest, dass Aufhängen ein höheres Risiko trägt als andere Formen von Bondage, mit dem forensischen Handbuch von Anil Aggrawal aus 2008 als Beleg. Jones hält bei ihren Teilnehmern dasselbe fest: Aufhängen gilt als intensiver, riskanter als Floorwork, und es verlangt mehr Wissen und mehr Material.
Die medizinische Literatur weist in dieselbe Richtung. Khodulev und Kollegen erfassten in Cureus sechzehn Nervenverletzungen bei zehn Menschen nach Seilbondage, und die traten alle akut und direkt nach einer vollständigen Aufhängung auf. In neun von zehn Fällen ging es um den Nervus radialis im Oberarm. Die Genesung reichte von ein paar Minuten bis zu einigen Monaten.
Das macht Floorwork nicht risikofrei, und daher kommt die wichtigste Nuance. Jones notiert, dass eine Verletzung bei jeder Form von Seilspiel möglich ist; einer ihrer Teilnehmer weist darauf hin, dass sogar klassische Schlafzimmerbondage Nervenschäden an den Handgelenken verursachen kann.
Weil am Boden mehr Kontakt möglich ist und weniger Aufmerksamkeit zur Konstruktion geht.
Jones fragte ihre Teilnehmer, worum es ihnen ging, und bekam eine auffallend breite Liste zurück: sexueller, spiritueller und künstlerischer Ausdruck, sozialer Kontakt, eine körperliche, psychische oder athletische Herausforderung, das Bedürfnis nach Ruhe, Stille, Sicherheit und Meditation, das schlichte Unbeweglichmachen von sich selbst oder eines anderen, und das Geben oder Empfangen von Schmerz. Keines dieser Ziele verlangt einen Aufhängepunkt.
Einer ihrer Teilnehmer beschreibt Seilarbeit als ein Medium der Kommunikation und Verbindung zwischen zwei Menschen, das von Sicherheit und Fürsorge bis zu Demütigung und Sadomasochismus alles ausdrücken kann. Andere nennen es “infinite expression” und “paradoxically freeing”.
Floorwork ist nicht von selbst sanft und nicht von selbst sicher. Es ist eine andere Risikoverteilung, keine Abwesenheit von Risiko.
“Floorwork ist die Übungsversion von Suspension.” Für manche ja, für die meisten nicht. Die Ziele, die Jones festhält, stehen größtenteils unabhängig vom Hängen, und Aufhängen verlangt laut derselben Quelle ein anderes Wissensniveau und anderes Material. Es ist also eher eine benachbarte Praxis als eine nächste Stufe.
“Am Boden kann wenig schiefgehen.” Die Nerven wissen nicht, ob du hängst. Ein straff liegender Wickel am Oberarm quetscht auch, wenn du auf einer Matratze liegst, und Jones’ Teilnehmer nennen ausdrücklich Handgelenksschäden bei gewöhnlicher Schlafzimmerbondage.
“Floorwork und groundwork sind zwei verschiedene Techniken.” Es sind zwei Wörter für dasselbe: Seilarbeit ohne Aufhängung. Groundwork hat auf dieser Seite einen eigenen Eintrag, mit der Lernleiter und der Gemeinschaftsseite dazu.
Ich bin Victor, Gigolo, fünfundzwanzig Jahre im BDSM und ausgebildet als Psychotherapeut. Ich binde mit echtem Hanf, und die allermeisten Male, wenn Seil ins Spiel kommt, kommt kein Aufhängepunkt dazu. Nicht aus Vorsicht, sondern weil es am Boden um nichts gehen muss außer um die Person vor mir.
Die Frage, die Frauen vorher stellen, geht fast immer um Schmerz, und danach geht das Gespräch fast immer um das Stillwerden. Am Boden kann ich mir dafür die Zeit nehmen, denn da tickt keine Uhr von Muskeln, die es nicht durchhalten.
Auf dieser Seite gibt Bondage den breiteren Rahmen, von dem Floorwork eine Form ist, und der Artikel über Shibari und connective kink geht darauf ein, was Seil mit einer Verbindung macht. Für die ersten praktischen Schritte ist die Kunst der Bondage der Einstieg.
Außerhalb dieser Seite ist die Dissertation von Zoey Jones die einzige Untersuchung, die die Seilwelt von innen beschreibt statt als Kuriosität, und der Artikel von Khodulev und Kollegen listet auf, welche Nervenverletzungen wirklich vorkommen.
Willst du wissen, wie sich Seil anfühlt, ohne dass gleich ein Aufhängepunkt dazukommt, dann ist ein Gespräch vorher der erste Schritt. Auf der Seite über das BDSM-Date steht, was in so einem Vorgespräch abgesprochen wird und wie ein Abend mit Seil aufgebaut wird.
Häufig gestellte Fragen
Bei Floorwork bleibt der Körper am Boden, bei Suspension hängt er an einem oder mehreren Aufhängepunkten. Suspension gilt sowohl in der Enzyklopädie als auch in der Untersuchung von Zoey Jones als riskanter, und es verlangt mehr Wissen und mehr Material. Die Zwischenform, bei der jemand noch mit einem kleinen Teil den Boden berührt, heißt Partial.
Floorwork ist sicherer als Aufhängen, aber nicht sicher. In der Untersuchung von Khodulev und Kollegen in Cureus traten alle sechzehn gemeldeten Nervenverletzungen nach einer vollständigen Aufhängung auf, während Zoey Jones’ Teilnehmer darauf hinweisen, dass sogar gewöhnliche Schlafzimmerbondage Nervenschäden an den Handgelenken verursachen kann. Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust sind bei Floorwork immer ein Grund, das Seil sofort zu lösen.
Weil am Boden mehr Kontakt möglich ist und die Aufmerksamkeit nicht zur Konstruktion geht. Die Seilpraktizierenden, die Zoey Jones interviewte, nannten Ziele, die sich Stück für Stück ohne Aufhängepunkt erreichen lassen: Ruhe und Stille, künstlerischer Ausdruck, eine körperliche Herausforderung, Verbindung, und das Geben oder Empfangen von Schmerz. Floorwork passt außerdem einfach nach Hause, denn du brauchst dafür nur Seil und einen Boden.
An Victor, Gigolo mit fünfundzwanzig Jahren Erfahrung in BDSM und einem Hintergrund als Psychotherapeut. Er bindet mit echtem Hanf und macht die allermeiste Seilarbeit am Boden, ohne Aufhängepunkt. Du kannst ihm unverbindlich eine Frage zu Floorwork stellen über das Kontaktformular oder zuerst kostenlos chatten.
Blog
Die zwei Artikel auf dieser Seite, die wirklich um Seil gehen: was Shibari mit einer Verbindung macht, und wie du mit einfachen Bindungen anfängst.

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Bondage steht auf meiner Ja-Liste, leicht oder fest, mit echtem Hanf. Auf der Service-Seite steht, wie wir vorher absprechen, wie weit das Seil geht.

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Ich bin Victor, und fast die ganze Seilarbeit, die ich mache, passiert am Boden. Willst du wissen, wie sich das anfühlt oder wie so ein Abend aufgebaut wird? Schreib mir eine Nachricht. Keine Verpflichtung, ich schreibe dir in Ruhe zurück.
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