Zum Hauptinhalt springen
Nahaufnahme eines aufgeschlagenen Buches mit einem Bleistift zwischen den Seiten, in Schwarzweiß

Glossar

Pain slut

Eine stolz getragene Selbstbezeichnung innerhalb von BDSM für die, die das harte Spiel gerade sucht, und warum dieses Verlangen nichts mit einer Störung zu tun hat.

Was ist ein Pain slut?

Pain slut ist ein BDSM-Begriff für jemanden, der während einer Szene gerade viel Schmerz fühlen will und daraus Erregung oder Entladung zieht. Es ist eine stolz getragene Selbstbezeichnung für einen Masochisten, der das harte Spiel aufsucht, meist die untenliegende Person, aber nicht zwingend. Im Deutschen hört man manchmal Schmerzschlampe; der englische Begriff wird häufiger benutzt.

Englischer Begriffpain slut, im Deutschen manchmal Schmerzschlampe
Auch bekannt alsMasochist, Schmerzschlampe
Kategorieeine Rolle innerhalb von BDSM
Meistensdie untenliegende Person, wobei es auch eine Selbstbezeichnung von oben sein kann
Nie ohneeine vorab vereinbarte Grenze, ein sicheres Wort und Nachsorge
Keine Störungeinvernehmliche masochistische Erregung fällt in der ICD-11 unter keine Diagnose

Wie Schmerz zu Genuss werden kann

Bei einem Pain slut kippt Schmerz in einer erregten, sicheren Situation um in etwas, das sich gut anfühlt, während derselbe Schlag außerhalb dieses Zusammenhangs einfach weh täte. Der Schlüssel liegt in Erregung und Hingabe, nicht im Schlag selbst.

Wichtig zu wissen: Dieses Verlangen ist keine Abweichung. Die Weltgesundheitsorganisation strich einvernehmliche sadomasochistische Erregung als eigene Diagnose in der ICD-11. Geoffrey Reed und Kollegen erklären in World Psychiatry, dass das geschah, weil Menschen das untereinander und mit Einverständnis tun und solches Verhalten nicht in eine Krankheitsklassifikation gehört.

Warum jemand ein Pain slut ist

Der Reiz liegt oft in der Intensität. Kräftige Sensation schaltet das Denken ab und bringt jemanden ganz ins Hier und Jetzt, eine Art Loslassen, das mit sanfter Berührung nicht gelingt. Für die eine ist es der Weg in den Subspace, für die andere die Erregung, sich ganz jemandem hinzugeben, der die Führung übernimmt.

Was es nicht ist: ein Freibrief, einfach hart loszulegen. Ein Pain slut hat nach wie vor eine Schmerzgrenze, und diese Grenze aufzusuchen ist etwas anderes, als sie zu ignorieren.

Wie ich das sehe

In fünfundzwanzig Jahren habe ich gelernt, dass die Frau, die sich lachend einen Pain slut nennt, fast immer am meisten von Ruhe vorher und Aufmerksamkeit hinterher hat. Das forsche Label und das Bedürfnis nach Fürsorge gehen Hand in Hand. Ich baue Schmerz nie blind auf. Ich lese deine Reaktion, prüfe und baue ab, und die Nachsorge ist bei mir keine Nebensache. Gerade beim harten Spiel gehört sie dazu.

Wo das auf dieser Seite passt

Erkennst du dich darin wieder und willst du das harte Spiel mit jemandem erkunden, der zuerst Absprachen trifft, dann liest du beim BDSM-Date, wie eine BDSM-Begegnung aufgebaut ist. Reden geht immer zuerst, und das verpflichtet zu nichts.

Quellen

  • Glossary of BDSM. Wikipedia. Liefert, dass ein Pain slut jemand ist, der ein hohes Maß an Schmerz genießt, ein gängiger Begriff innerhalb der BDSM-Community.
  • Disorders related to sexuality and gender identity in the ICD-11. Geoffrey M. Reed u.a., World Psychiatry, 15(3), 205-221, 2016. Liefert, dass einvernehmliche sadomasochistische Erregung in der ICD-11 nicht länger als Störung gilt, weil sie untereinander und mit Einverständnis geschieht.

Verwandte Begriffe

Ein Pain slut ist eine Form von Masochist innerhalb von BDSM. Die Begriffe unten erklären die umliegenden Begriffe.

  • Masochismus. Genuss aus Schmerz oder Erniedrigung ziehen, der breitere Begriff, von dem Pain slut eine ausgeprägte Variante ist.
  • Schmerzspiel. Die Praxis, in der Schmerz bewusst als Reiz eingesetzt wird.
  • Schmerzgrenze. Der Punkt, an dem Sensation in zu viel umschlägt, auch für die, die gern weit geht.
  • Subspace. Der veränderte Bewusstseinszustand, in den intensiver Schmerz jemanden bringen kann.
  • Nachsorge. Die Fürsorge und Aufmerksamkeit nach einer harten Szene, die gerade hier unverzichtbar ist.

Häufig gestellte Fragen

Fragen zu diesem Begriff

  1. Was ist ein Pain slut?

    Ein Pain slut ist ein BDSM-Begriff für jemanden, der während einer Szene gerade viel Schmerz fühlen will und daraus Erregung zieht. Es ist eine stolz getragene Selbstbezeichnung für einen ausgeprägten Masochisten, meist die untenliegende Person. Im Deutschen hört man manchmal Schmerzschlampe.

  2. Ist es eine Störung, ein Pain slut zu sein?

    Nein. Einvernehmliche masochistische Erregung, der Kern eines Pain slut, fällt in der ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation unter keine Diagnose. Es wird erst zum Problem, wenn jemand selbst ernsthaft darunter leidet oder wenn es kein Einverständnis gibt. Schmerz mit vereinbarten Grenzen zu genießen ist das nicht.

  3. An wen kannst du dich mit Fragen dazu wenden, ein Pain slut zu sein?

    An Victor, Gigolo mit fünfundzwanzig Jahren Erfahrung und einem Hintergrund als Psychotherapeut. Er arbeitet mit hartem Spiel und bespricht vorab Grenzen, ein sicheres Wort und Nachsorge. Du kannst ihm eine Frage über das Kontaktformular stellen oder erst einmal unverbindlich kostenlos chatten.

Mehr erfahren

Noch Fragen dazu, ein Pain slut zu sein?

Ich bin Victor, Gigolo mit einem Hintergrund als Psychotherapeut. Hartes Spiel mache ich gern, aber immer mit Absprachen vorher und Fürsorge hinterher. Neugierig, wie das bei mir läuft? Schick mir eine Nachricht, ich schreibe dir in Ruhe zurück.

WhatsApp