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Nahaufnahme eines aufgeschlagenen Buches mit einem Bleistift zwischen den Seiten, in Schwarzweiß

Glossar

No-go

Kein Szenejargon, sondern Alltagssprache, und genau deshalb das Wort, das als Erstes fällt.

Was ist ein No-go?

Ein No-go (englisch: no go) ist eine Handlung oder Situation, wozu jemand rundheraus Nein sagt, in Alltagssprache statt in Szenejargon. Ein No-go kennt keine Zwischenstufe: Es gilt oder es gilt nicht. In einem Gespräch über BDSM bedeutet No-go dasselbe wie eine harte Grenze.

Englischer Begriffno go. Das Englische benutzt dasselbe Wort, und das Cambridge Academic Content Dictionary beschreibt den Ausdruck als “not allowed or not acceptable”
WortartSubstantiv, im Niederländischen ein maskulines de-Wort. Es steht schlicht in der Woordenlijst Nederlandse Taal
Das Szenewort dafürharte Grenze auf Deutsch, hard limit auf Englisch
Kategoriedie strengste Art Grenze. Als Eintrag auf einer Liste heißt es ein Limit
Keine weiche Varianteein halbes No-go gibt es nicht. Was doch eine Bedingung zulässt, heißt eine weiche Grenze oder soft limit
Wo es meist fälltmündlich, im Gespräch vorher, und viel seltener auf Papier

Woher das Wort No-go kommt

Aus der Alltagssprache, nicht aus der BDSM-Szene.

Die Woordenlijst Nederlandse Taal der Nederlandse Taalunie führt no-go schlicht als niederländisches Substantiv, Aussprache no’ɡo, mit no-gogebied als eigenem Lemma daneben. Also kein Jargon. Aus dem Englischen entlehnt schon: die Wortliste von Bakker und Kollegen auf der Etymologiebank übersetzt es mit “rood licht, stopteken, een nee” und mit “taboe, ontoelaatbaar”.

Im Englischen ist der Weg länger. Der Etymologe Douglas Harper datiert das Adjektiv no-go in der Bedeutung “wo das Betreten verboten ist” auf 1971, davor eine substantivische Wendung aus 1870 für eine Situation, die undurchführbar ist. Diese älteste Schicht ist die, die du in einem Gespräch über Grenzen benutzt: kein Sperrgebiet, sondern etwas, das nicht stattfindet.

Warum Menschen “No-go” sagen und nicht “harte Grenze”

Weil du es sagen kannst, ohne zu zeigen, wie viel du von der Szene weißt.

Harte Grenze und hard limit sind Wörter, die du irgendwo nachgeschlagen hast. No-go nicht. Es ist dasselbe Wort, das du auf der Arbeit für eine Deadline benutzt, also klingt es sachlich statt schwer, und genau das nimmt die Hürde weg, an der das Gespräch sonst scheitert. Für jede beteiligte Person bringt es etwas anderes:

  • Wer zum ersten Mal etwas angibt muss keine Liste ausfüllen und kein Jargon lernen. Ein Satz mit dem Wort No-go darin tut dieselbe Arbeit.
  • Wer die Führung hat hört an der Form, dass nicht verhandelt wird. Ein No-go klingt nicht nach Zögern, und genau das ist das Missverständnis, an dem es bei Zweifelwörtern schiefgeht.
  • Paare können ihre No-gos nebeneinanderlegen, ohne dass ein Formular nötig wird.

Das Wort ist kürzer als das, was es abdecken soll. “Kein Schmerz” ist kein No-go, sondern eine ganze Kategorie, und was du nur laut aussprichst, steht nirgends mehr, wenn du dich zwei Wochen später anders erinnerst. Wer es genau haben will, setzt seine No-gos doch pro Handlung auf eine Dom-Liste oder eine Kinklist.

Wo das auf dieser Seite passt

Meine eigenen No-gos stehen einfach online, auf meinem BDSM-Profil. Sechs Zeilen, keine Erklärung dazu. Willst du deine loswerden, bevor du etwas vereinbarst, dann ist das der erste Teil des Gesprächs. Was bei einem BDSM-Date danach passiert und was nicht, liest du dort.

Quellen

  • no-go. Woordenlijst Nederlandse Taal (het Groene Boekje), Nederlandse Taalunie. Belegt, dass no-go ein anerkanntes niederländisches Substantiv ist, ein maskulines de-Wort, mit der Aussprache no’ɡo, und dass no-gogebied als eigenes sächliches Lemma daneben steht.
  • no go. Cambridge Academic Content Dictionary, Cambridge University Press. Liefert die englische Bedeutung des Ausdrucks no go: “not allowed or not acceptable”, mit dem alltäglichen Beispiel zu einer Kleiderordnung, woraus hervorgeht, dass es im Englischen genauso gut Alltagssprache ist.
  • no-go. F. Bakker, E. van Ruijsendaal, P. Uljé & D. van Zijderveld, Vindpunt.nl. Woordenlijst Overbodig Engels met Nederlandse tegenhangers, abgerufen über die Etymologiebank des Instituut voor de Nederlandse Taal. Belegt, dass das Wort aus dem Englischen entlehnt ist und im allgemeinen Sprachgebrauch für “rood licht, stopteken, een nee; taboe, ontoelaatbaar” steht. Eine Wortliste mit genannten Verfassern, hier nur für die Entlehnung und die Bedeutung verwendet.
  • no-go. Douglas Harper, Online Etymology Dictionary. Liefert die Datierungen des englischen Wortes: 1971 für das Adjektiv in der Bedeutung “where it is forbidden to go”, und 1870 für die ältere substantivische Wendung für eine undurchführbare Situation. Ein Nachschlagewerk mit einem genannten Autor, hier ausschließlich als Datierung verwendet und nicht für eine sachliche Behauptung über die Praxis.

Verwandte Begriffe

  • Harte Grenze. Der Szenename für genau das, mit den forensischen Zahlen und dem Umgang bei einer Überschreitung dazu.
  • Grenze. Der übergreifende Begriff, und wer alles eine setzt.
  • Hard limit. Das englische Fachwort, mit den vier Arten von Limits, die der Jargon unterscheidet.
  • Limit. Wie ein No-go heißt, sobald es pro Handlung auf einer Liste landet.
  • Dom-Liste. Das Formular, auf dem du ein mündliches No-go doch festhältst.
  • Consent. Die Zustimmung, deren Außenrand ein No-go markiert.
  • Squick. Das Gefühl, aus dem ein No-go die Abmachung macht.

Häufig gestellte Fragen

Was Menschen noch zu No-gos fragen.

  1. Was ist ein No-go?

    Ein No-go ist eine Handlung oder Situation, wozu jemand rundheraus Nein sagt und die deshalb nicht stattfindet. Das Wort kommt aus der Alltagssprache und steht in der Woordenlijst Nederlandse Taal, es ist also kein Szenejargon. In einem Gespräch über BDSM fällt ein No-go mit dem zusammen, was die Szene eine harte Grenze nennt.

  2. Sagst du besser No-go oder harte Grenze?

    Für den Inhalt macht es keinen Unterschied: Ein No-go und eine harte Grenze sind dasselbe. Der Unterschied liegt darin, wo das Wort hingehört. No-go ist Alltagssprache und fällt deshalb leichter in einem ersten Gespräch, harte Grenze ist das Wort, das später in einer Dom-Liste oder einem Vertrag landet.

  3. An wen kannst du dich mit Fragen zu No-gos wenden?

    An Victor, Gigolo in den Niederlanden, Belgien und Deutschland, seit 1990 in BDSM aktiv und ausgebildet als Psychotherapeut. Seine eigenen No-gos stehen mit Namen und allem auf seinem BDSM-Profil, damit du sie lesen kannst, bevor du etwas fragst. Fragen zu No-gos kannst du unverbindlich über das Kontaktformular stellen oder erst kostenlos chatten.

Blog

Artikel, in denen das Wort No-go einfach fällt

Diese Seite handelt vom Wort. In diesen drei Artikeln wird es schlicht benutzt: einmal von mir über mich selbst, einmal im Gespräch vor dem Fesseln, und einmal als Abmachung zwischen zwei Zuschauern.

Passender Service

Sag es in deinen eigenen Worten

Du musst keine Liste ausfüllen und kein Jargon kennen. Was bei dir nicht passiert, darfst du einfach so aufschreiben, wie du es sagen würdest. Auf der Service-Seite steht, wann das drankommt.

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Noch Fragen zu No-gos?

Ich bin Victor. Du musst das Wort Grenze nicht benutzen und auch keine Erklärung dazu liefern. Schreib einfach auf, was bei dir ein No-go ist. Fragen darfst du immer, auch wenn du noch zu gar nichts bereit bist.

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