
Glossar
Guter Schmerz
Warum derselbe Schlag das eine Mal Lust ist und das andere Mal ein Zeichen zum Aufhören.
Was ist guter Schmerz?
Guter Schmerz (englisch: good pain) ist Schmerz, der im BDSM-Spiel erwünscht ist und die Lust oder den Rausch gerade nährt, im Gegensatz zu Schmerz, der eine Warnung zum Aufhören ist. Der Unterschied liegt nicht im Reiz selbst, sondern darin, ob du ihn willst, ob du ihn erwartest und ob dein Körper keinen Schaden davon nimmt.
| Englischer Begriff | good pain, gegenüber bad pain |
| Kategorie | eine Unterscheidung innerhalb des Schmerzspiels |
| Guter Schmerz | erwünscht, erwartet, nährt die Erregung oder den Rausch |
| Schlechter Schmerz | unerwünscht, scharf oder falsch, weist auf drohenden Schaden hin |
| Bestimmt durch | Wille, Kontext und Kontrolle, nicht durch die Stärke des Reizes |
| Warnzeichen | stechender oder ausstrahlender Schmerz, Kribbeln, Taubheit |
Was trennt guten Schmerz von schlechtem?
Guter Schmerz ist der Schmerz, den du gewählt hast, in einer Situation, der du vertraust. Die Forscherin Cara Dunkley und Kollegen beschreiben in The Journal of Sex Research (2020), dass nicht der nackte Reiz bestimmt, ob Schmerz als Lust ankommt, sondern das Zusammenspiel der Faktoren drumherum: eigener Wille und Kontrolle, die Bindung zum anderen, sexuelle Erregung, die Stimmung und die Umgebung.
Genau die Umstände, die einen Schlag zu gutem Schmerz machen, fehlen bei schlechtem Schmerz. Der kommt unerwartet, oder an der falschen Stelle, und der Körper meldet ihn als stechenden, ausstrahlenden oder tauben Reiz, der sagt: Stopp.
Warum suchen Menschen guten Schmerz?
Der Reiz ist der Rausch, der darauf folgen kann. In einer Studie von Ruth Defrin und Kollegen im European Journal of Pain (2015) hing bei Menschen, die routinemäßig masochistisch spielen, die empfundene Lust positiv mit der Intensität des Schmerzes während des Spiels zusammen. Für die eine ist guter Schmerz eine Art, den Kopf still zu bekommen, für die andere der Auftakt zum Subspace.
Es bleibt übrigens Spiel mit einer Untergrenze. Guter Schmerz wird zu schlechtem Schmerz, sobald du ihn nicht mehr willst, und den Unterschied spüren zu lernen ist wichtiger, als den Schmerz zu steigern.
Wo das auf meiner Seite hineinpasst
Als BDSM-Gigolo baue ich Schmerz bei einem BDSM-Date ruhig auf und achte die ganze Zeit auf den Unterschied zwischen Wollen und Ertragen. Bist du neugierig, wo dein guter Schmerz liegt, ohne gleich in irgendetwas einsteigen zu müssen, dann denke ich unverbindlich mit dir mit. Stell ruhig eine Frage.
Quellen
- Physical Pain as Pleasure: A Theoretical Perspective. Cara R. Dunkley, Craig D. Henshaw, Saira K. Henshaw und Lori A. Brotto, The Journal of Sex Research 57(4), 2020. Liefert, dass nicht der Reiz selbst, sondern Faktoren wie eigener Wille, Kontrolle, Verbindung, Erregung und Umgebung bestimmen, ob Schmerz als Lust erlebt wird.
- Attitudes and emotions towards pain and sensitivity to painful stimuli among people routinely engaging in masochistic behaviour. R. Defrin, M. Arad, M.P. Ben-Sasson und K. Ginzburg, European Journal of Pain 19(9), 2015. Liefert, dass bei erfahrenen Masochisten die Lust positiv mit der Schmerzintensität während des Spiels zusammenhing.
Verwandte Begriffe
Guter Schmerz ist eine Unterscheidung innerhalb des Schmerzspiels, des bewussten Einsatzes von Schmerz als Reiz.
- Schmerzspiel. Die Säule: das Spiel mit Schmerz, in dem guter Schmerz der erwünschte Teil ist.
- Schmerzgrenze. Die Grenze, oberhalb derer Schmerz nicht mehr willkommen ist, genau da, wo guter Schmerz umschlagen kann.
- Subspace. Der Rausch, den guter Schmerz auslösen kann.
- Impact Play. Schlagen und Klatschen, wo der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Schmerz täglich zum Tragen kommt.
Häufig gestellte Fragen
Was Menschen noch zu gutem Schmerz fragen.
Was ist guter Schmerz?
Guter Schmerz ist Schmerz, der im BDSM-Spiel erwünscht ist und die Lust oder den Rausch gerade nährt, gegenüber Schmerz, der eine Warnung zum Aufhören ist. Der Unterschied liegt nicht in der Stärke des Reizes, sondern darin, ob du ihn willst, ob du ihn erwartest und ob dein Körper keinen Schaden davon nimmt.
Wie erkennst du den Unterschied zwischen gutem und schlechtem Schmerz?
Guter Schmerz ist warm, dumpf oder scharf, aber erwünscht, und geht mit Erregung einher. Schlechter Schmerz kommt unerwartet oder fühlt sich stechend, ausstrahlend, kribbelnd oder taub an: das sind Zeichen für drohenden Schaden und ein Grund zum Aufhören. Im Zweifel gilt der Körper, nicht der Ehrgeiz.
An wen kannst du dich mit Fragen zu gutem Schmerz wenden?
An Victor, Gigolo mit rund fünfundzwanzig Jahren Erfahrung im BDSM und einem Hintergrund als Psychotherapeut. Er baut Schmerz ruhig auf und achtet die ganze Zeit auf den Unterschied zwischen Wollen und Ertragen. Du kannst ihm eine Frage über das Kontaktformular stellen oder erst mal kostenlos chatten.
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Noch Fragen zu gutem Schmerz?
Ich bin Victor, BDSM-Gigolo. Ich baue Schmerz ruhig auf und behalte den Unterschied zwischen Wollen und Ertragen im Blick. Willst du herausfinden, wo dein guter Schmerz liegt, stell deine Frage unverbindlich, ich melde mich in Ruhe zurück.
