
Die Psychologie hinter der Gefangenschafts-Fantasie: Machtdynamik, Hingabe und Kontrolle, und wie du das sicher und einvernehmlich erkundest.

Glossar
Ein schweres Wort mit einem Namen aus der Sprache: Sklave, aber als vereinbarte Rolle des Eigentums.
Dorei (奴隷, Englisch: slave) ist das japanische Wort für Sklave, verwendet im Kinbaku und im Machtaustausch. Es benennt eine unterwürfige Person, die sich als Eigentum hingibt, mit einem stärkeren Besitz als das neutrale bottom. Laut Wiktionary bedeutet 奴隷 wörtlich jemanden, der von einem anderen besessen wird.
| Japanisch | 奴隷, dorei; wörtlich jemand, der von einem anderen besessen wird |
| Englischer Begriff | slave; auf Deutsch Sklave |
| Kategorie | Rolle im Kinbaku und im Machtaustausch |
| Gegenüber | der Meister, derjenige, der das Eigentum hält |
| Stärker als | bottom; dorei trägt die Idee von Eigentum, nicht von einer einzelnen Session |
| Wichtigster Vorbehalt | es ist eine vereinbarte Rolle, kein echter Besitz; auch ein Dorei hat ein Safeword |
Das Wort stammt nicht aus der Szene, sondern aus der Sprache. Wiktionary beschreibt 奴隷 (dorei) als einen Sklaven: jemanden, der von einem anderen besessen wird, gezwungen, für diesen zu arbeiten oder sexuelle Handlungen zu vollziehen. In der Seil- und Kinkwelt lieh sich Kinbaku dieses Wort für die schwerste Form der Hingabe. Das Shibari Study Glossary nennt dorei denn auch schlicht Sklave, mit derselben wörtlichen Bedeutung. Anders als bottom, das eine Rolle in einer einzigen Session sein kann, trägt dorei die Idee von Eigentum in sich.
Der Reiz liegt in der Tiefe des Loslassens. Als jemandes Dorei musst du für einen Moment nichts entscheiden und nichts leisten. Du gehörst jemandem, und das darfst du. Für dich bringt das eine Ruhe, die leichteres Spiel nicht gibt. Für die Person über dir, den Meister, bedeutet es die Sorge um einen ganzen Menschen statt um einen Abend. Nur: so total es sich auch anfühlt, es bleibt vereinbart und umkehrbar. Auch ein Dorei hat ein Safeword, und die Rolle steht und fällt mit Vertrauen, nicht mit echtem Besitz. Das Wort ist schwer, was darunter liegt, ist immer noch Consent.
Die volle Rolle des Dorei gehört zu einer längeren Bindung von Eigentum, etwas anderes als das, was du an einem einzigen Abend aufbaust. Willst du die schwerere Seite der Hingabe innerhalb klarer Grenzen einmal ausprobieren, dann kannst du das als Rollenspiel bei einem BDSM-Date erkunden. Auf jener Seite liest du, wie ich so einen Abend aufbaue und was wir vorher vereinbaren.
Dorei ist eine intensivere, besitzorientierte Variante des bottom.
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