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Glossar
Das Sammelwort aus dem neunzehnten Jahrhundert, unter das Sadismus und Masochismus fielen und das die Szene selbst nie übernommen hat.
Algolagnie (englisch: algolagnia) ist sexuelle Erregung, die aus Schmerz entsteht, egal ob du ihn zufügst oder erfährst. Es ist ein Sammelbegriff: Sadismus und Masochismus fallen beide darunter. Das Wort stammt aus der Psychiatrie des neunzehnten Jahrhunderts und wird in der Szene selbst so gut wie nie benutzt.
| Englischer Begriff | algolagnia. Gleiches Wort, gleiche Herkunft; der Begriff stammt aus dem Deutschen und kam über die medizinische Literatur in andere Sprachen. |
| Auch bekannt als | der Sammelbegriff hinter Sadismus und Masochismus |
| Zwei Formen | aktive Algolagnie (Schmerz zufügen) und passive Algolagnie (Schmerz erfahren) |
| Herkunft | griechisch algos, Schmerz, und lagneia, Lust |
| Wichtigste Anmerkung | ein historischer, medizinischer Begriff, kein Wort, das Menschen über sich selbst benutzen |
Algolagnie wurde erdacht, um zwei Dinge unter einen Nenner zu bringen. Der deutsche Arzt Albert von Schrenck-Notzing prägte den Begriff 1892; laut dem Online Etymology Dictionary setzte er ihn aus dem griechischen algos, Schmerz, und lagneia, Lust, zusammen, und ab 1900 tauchte das Wort im Englischen auf.
Sein Punkt war, dass Sadismus und Masochismus nicht zwei getrennte Abweichungen waren, sondern zwei Seiten derselben Sache, und dass Menschen darin Lust suchten und keine Liebe. Die englischsprachige Enzyklopädie hält an derselben Unterscheidung fest: Schmerz zufügen heißt aktive Algolagnie, Schmerz erfahren passive.
Algolagnie ist ein Begriff über Menschen, nicht von Menschen. Er stammt aus einer Zeit, in der Ärzte sexuelle Vorlieben als Krankheitsbilder katalogisierten, und genau deshalb hat die Szene ihn nie übernommen: Wer darauf steht, sagt Sadist, Masochist, oder einfach, dass er Schmerzspiele mag.
Die Idee, die hinter dem Begriff steht, ist inzwischen widerlegt. Wismeijer und Van Assen verglichen in The Journal of Sexual Medicine 902 BDSM-Praktizierende mit 434 anderen und schlossen daraus, dass BDSM eher eine erholsame Freizeitbeschäftigung ist als ein Ausdruck von Psychopathologie. Das Wort ist also vor allem nützlich, wenn du ältere Literatur liest, nicht um dich selbst zu beschreiben. Was darunter fällt, Schmerzspiele mit klaren Absprachen, erkundest du bei einem BDSM-Date, ohne dass du dafür ein Etikett aus dem neunzehnten Jahrhundert brauchst.
Häufige Fragen
Algolagnie ist sexuelle Erregung, die aus Schmerz entsteht, egal ob du ihn zufügst oder erfährst. Es ist ein Sammelbegriff, unter den Sadismus und Masochismus beide fallen. Das Wort stammt aus der Psychiatrie des neunzehnten Jahrhunderts und wird in der Szene selbst so gut wie nie benutzt.
Aktive Algolagnie ist Erregung durch das Zufügen von Schmerz, passive Algolagnie durch das Erfahren von Schmerz. Diese Unterscheidung stammt aus der medizinischen Literatur und läuft parallel zu Sadismus und Masochismus. Albert von Schrenck-Notzing erdachte den übergeordneten Begriff 1892 gerade, um zu zeigen, dass es zwei Seiten derselben Sache sind.
An Victor, Gigolo mit fünfundzwanzig Jahren Erfahrung im BDSM und einem Hintergrund als Psychotherapeut. Die Frage hinter diesem Wort ist meist “ist es seltsam, dass ich das mag”, und darüber redet er gern. Du kannst ihm unverbindlich eine Frage über das Kontaktformular stellen oder erst kostenlos chatten.
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