
Mundknebel bei BDSM erklärt: wie ein Ballknebel deine Sinne schärft und Hingabe vertieft, mit Sicherheit und Kommunikation an erster Stelle.

Glossar
Ein Wort, das als Stück Holz in einem Seil begann und erst viel später in einem Mund landete.
Knevel (Deutsch: Knebel, Englisch: gag) ist das niederländische Wort für das, was in oder über einen Mund kommt, um Reden unmöglich zu machen. Das Wort ist älter als diese Bedeutung, ein knevel war zuerst ein kurzes, dickes Querhölzchen, mit dem du ein Seil oder ein Band straff gezogen hast. Von diesem Hölzchen kommt das Verb knevelen, das festbinden bedeutet.
| Englischer Begriff | gag, die Bauformen und die Sicherheitsseite stehen bei gag |
| Auch bekannt als | gag und mondknevel, die Zusammensetzung, die das Missverständnis ausräumt, die bekanntesten Arten sind der Ballgag und der Bitgag |
| Älteste Bedeutung | Querhölzchen zur Befestigung, und ‘Seil oder Band, um jemanden festzubinden’ (Kiliaan, 1599) |
| Das Verb | knevelen ist ‘binden, zubinden’, verzeichnet 1408 |
| Dritte Bedeutung | knevel als Schnurrbart, ab etwa 1560, verkürzt aus knevelbaard |
| Was immer dazugehört | eine Stoppgeste, die ohne Stimme funktioniert |
Aus der Seilwelt, nicht aus dem Schlafzimmer. Das Etymologisch Woordenboek van het Nederlands beschreibt das Substantiv als ein “Querhölzchen zur Befestigung oder Verbindung von etwas anderem” und daneben als “Seil oder Band, um jemanden festzubinden”, beides verzeichnet bei Kiliaan 1599. Das Verb ist noch älter, cnevelen ‘binden, zubinden’ steht schon 1408. Die ursprüngliche Bedeutung des Grundworts ist laut De Vries schlicht ‘kurzer dicker Stock’, und derselbe Stock steckt im deutschen Knebel und im dänischen knevle.
Der Schnurrbart kam nebenbei dazu. Um 1560 taucht knevel in der Bedeutung ‘Schnurrbart’ auf, verkürzt aus knevelbaard, wobei der Name von der dicken Schnurrbartspitze ausgeht. Wer in einem alten niederländischen Buch einem Mann mit einem kräftigen knevel begegnet, liest also über Gesichtsbehaarung.
Der dritte Zweig des Wortes steht im Strafrecht. Schon 1573 war knevelen in der Bedeutung ‘plündern, meutern, erpressen’ verzeichnet, und dieser Gedanke ist geblieben, Artikel 366 des niederländischen Strafgesetzbuchs bestraft noch immer den Beamten, der fordert oder annimmt, von dem er weiß, dass es nicht geschuldet ist, “als schuldig der knevelarij”, mit höchstens sechs Jahren. Jemanden zu knevelen war im Niederländischen also nie nur ein Mund-Zuhalten.
Weil es die ganze Situation beschreibt und nicht einen Gegenstand. Wer sagt, dass jemand gekneveld ist, sagt im normalen Niederländisch, dass diese Person fixiert ist und ihren Mund nicht benutzen kann, und genau um diese Kombination dreht sich dieses Spiel. Das englische gag deckt nur das Ding im Mund ab.
Das Wort klingt im Niederländischen hart, denn es kommt aus Überfallmeldungen und aus dem Strafrecht. Wer sich damit unwohl fühlt, benutzt einfach mondknevel.
Ein Zeichen, das ohne Stimme funktioniert. Dunkley und Brotto beschreiben in Sexual Abuse, dass in Szenen, in denen ein gesprochenes Stoppwort nicht möglich ist, Gesten diese Rolle übernehmen, “stille Stoppwörter” wie in die Hände klatschen oder mit den Fingern schnipsen, gerade für den Fall gedacht, dass jemand gekneveld ist. Fixiere die Hände also nicht so, dass diese Geste auch noch unmöglich wird, oder gib einen Gegenstand hinein, der fallen kann.
Festbinden mache ich gern, leicht oder fest, mit echtem Hanf. Was alles durchgegangen wird, bevor die erste Wicklung sitzt, liest du auf der Seite über das BDSM-Date.
Häufig gestellte Fragen
Ein Knevel ist das niederländische Wort für das Ding, das in oder über einen Mund kommt, sodass Reden nicht mehr klappt. Ursprünglich bedeutete es etwas ganz anderes, ein kurzes Querhölzchen, mit dem du ein Seil oder Band straff gezogen hast, verzeichnet bei Kiliaan 1599. Für die Arten und die Sicherheitsseite steht alles bei gag.
Festbinden. Das Verb knevelen ist schon 1408 als ‘binden, zubinden’ verzeichnet, und Kiliaan notierte es 1599 als ‘die Hände festbinden oder fesseln’. Dass jemand gekneveld ist, sagt im Niederländischen also meist, dass er fixiert ist, dass auch etwas in seinem Mund steckt, ist im Lauf der Zeit dazugekommen.
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