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Consent im BDSM: das Rückgrat von Sicherheit und Genuss

Ich höre sie oft, diese Frage mit einem leichten Erröten dabei: ist BDSM nicht einfach beängstigend? Die Antwort liegt in einem Wort, und dieses Wort ist Consent. Konsens. Einverständnis. Ohne dieses Wort ist BDSM nichts weiter als Gewalt in einem hübschen Mäntelchen. Mit diesem Wort wird es etwas ganz anderes: ein Spielfeld, auf dem du gerade sicherer bist als beim meisten “normalen” Sex, weil nichts dem Zufall überlassen wird.
Ich arbeite seit über fünfundzwanzig Jahren als Gigolo und Psychotherapeut in Amsterdam, und diese beiden Fächer gehen hier fließend ineinander über. Consent ist kein juristisches Wort, das du eben abhakst. Es ist ein Gespräch, das weiterläuft, von den ersten Nachrichten bis zu dem Moment, in dem wir nach der Session zusammen Tee trinken.
Was Consent im BDSM eigentlich bedeutet
Consent ist mehr als ja oder nein zu sagen. Es ist zu wissen, wozu du ja sagst. Das heißt informed consent, ein Begriff aus der medizinischen Ethik, der Anforderungen an die Information vorab stellt, nicht an das Ja selbst.
Im BDSM heißt das RACK: risikobewusst, einvernehmlich kinken. Das bedeutet, dass du vorab weißt, welche Risiken eine Aktivität mit sich bringt, und dass du dich bewusst dafür entscheidest. Kein vages “wir sehen dann schon”, sondern konkret: das reizt mich, das will ich ausprobieren, und hier liegt meine Grenze. Auf einer Spielparty oder in einem Club steht derselbe Rahmen in den Hausregeln, damit er für den ganzen Saal gilt und nicht nur für euch beide. Läuft eine Vereinbarung über die Session hinaus, bis ins Geld und in den Kalender, dann heißt das total power exchange, und gerade da muss das Einverständnis fortwährend neu gegeben werden.
Grenzen besprechen, bevor du anfängst
Ich frage immer nach harten Grenzen, und das am liebsten pro Bereich statt allgemein, denn “Sex” ist für die eine etwas anderes als für die andere; welche sexuellen Handlungen Menschen so darunter verstehen, steht im Glossar aufgereiht. Dinge, die einfach nicht passieren, Punkt. Und nach weichen Grenzen. Das ist auch ein Nein, nur steht eine Bedingung dabei, unter der es ein Ja werden könnte. Neugierig sein ist nicht dasselbe wie Einverständnis geben, also nennst du diese Bedingung dazu. Diese beiden Listen sind nicht in Beton gegossen. Sie dürfen wachsen, sie dürfen schrumpfen, sie gehören dir, und nur du verschiebst sie.
Eine Grenze auszusprechen fühlt sich manchmal unangenehm an. Als würdest du die Romantik wegnehmen, indem du genau benennst, was du willst und was nicht. Das Gegenteil ist wahr. Nichts ist so entspannend wie zu wissen, dass der andere genau weiß, was er tut.
Das Safeword: dein Stoppknopf
Rot, gelb, grün. Rot stoppt alles, sofort, keine Diskussion. Gelb heißt: langsamer, ich spüre, dass es intensiver wird. Grün heißt einfach: mach weiter, das ist genau richtig. Einfaches System, und trotzdem ist es die wichtigste Absprache des Abends.
Ein Safeword zu benutzen ist kein Versagen. Es ist Macht. Du bestimmst das Tempo, auch wenn du in dieser Session die unterwürfige Rolle spielst. Das ist zugleich der Kern meiner Philosophie: Unterwürfigkeit ist nichts Minderwertiges. Wer sich hingibt, tut das aus Kraft, nicht aus Schwäche. Loslassen geht nur, wenn du diejenige bist, die die Zügel irgendwann wieder aufnehmen kann.
Warum Einverständnis dich freier macht, nicht eingeschränkter
Manche denken, all diese Absprachen töten die Spontaneität. Bei mir läuft es genau andersherum.
Körperlich kann BDSM Risiken mit sich bringen, von einem blauen Fleck bis zu etwas Einschneidenderem. Indem wir vorab besprechen, was passieren wird, weiß ich als dein Partner in diesem Spiel genau, worauf ich achten muss. Emotional liegt es genauso empfindlich. Hingabe, Schmerz, Macht: das rührt an etwas Tiefes in dir, und das verdient Sorgfalt, keine Hektik.
Vertrauen wächst nicht von allein. Es wird aufgebaut, Gespräch für Gespräch, Session für Session. Und wenn dieses Vertrauen einmal da ist, passiert etwas Schönes: du traust dich weiter, als du dachtest, dass du kannst. Nicht weil ich dich hindurchschiebe, sondern weil du weißt, dass du jederzeit sagen kannst: genug.
Scham hat hier keinen Platz. Was dich erregt, was dich neugierig macht, was du heimlich seit Jahren fantasierst: das gehört dir, und das darf sein.
So sieht das in der Praxis aus
Nimm Lisa. Sie schreibt mir ein paar Tage vor unserem Termin, dass sie neugierig auf Bondage ist, harte Schläge aber nicht ihr Ding sind. Sie erzählt von einem leichten Spanking mit einem Paddle aus Leder, etwas, das sie schon länger ausprobieren will. Wir vereinbaren das Ampelsystem. Sie erzählt auch, dass sie nach der Session gern gekuschelt werden und in Ruhe nachreden können möchte. Das notiere ich, wörtlich, denn Aftercare ist keine Nebensache.
Während der Session frage ich regelmäßig nach. Nicht dramatisch, einfach ein kurzes “wie geht es dir” zwischendurch. Will ich etwas Neues ausprobieren, erkläre ich es erst und warte auf ihr Okay. Keine Überraschungen, auf die niemand wartet.
Danach gibt es eine Decke, Wasser und Zeit. Wir reden darüber, was funktioniert hat und was nicht. Dieses Gespräch ist mindestens so wichtig wie die Session selbst. Hier landet die Verbindung wirklich.
Vorher, währenddessen und danach: die drei Momente, die alles tragen
Vorab legst du die Basis: Grenzen, Wünsche, das Safeword, und vielleicht eine kurze Übersicht auf Papier, damit nichts vergessen wird. Während der Session bleibst du wachsam für Signale, verbal und körperlich, und reagierst sofort, wenn das Safeword fällt. Danach kommt die Aftercare: körperliche Fürsorge für einen Körper, der vielleicht einiges einstecken musste, und emotionale Fürsorge für das, was innerlich hochgekommen ist.
Das Letzte unterschätzen die meisten am häufigsten. Eine intensive Session kann Gefühle hochbringen, mit denen du nicht gerechnet hast. Da gemeinsam durchzureden, manchmal einfach schweigend nebeneinanderliegen, gehört genauso dazu wie das Spiel selbst.
Ich glaube, dass echte Intimität genau hier entsteht: in dem Raum nach dem Sturm, wenn alle Rollen kurz wegfallen und zwei Menschen übrig bleiben, die einander etwas gezeigt haben.
Neugierig geworden, oder zweifelst du noch, was zu dir passt und was nicht? Schreib mir gern eine Nachricht über WhatsApp, kein Druck, keine Verpflichtungen, ich schreibe dir in Ruhe zurück, und wir schauen zusammen, was sich für dich gut anfühlt. Willst du gleich weiter auf die Möglichkeiten schauen, dann sieh dir die Seite über ein bdsm date an oder geh direkt zu mich als Gigolo buchen.
