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Zusammen, nicht allein

Gigolo als Paar buchen: alle Fragen

Was möglich ist, wenn ihr zusammen etwas Neues wollt.

Als Paar bei einem Gigolo zu landen fühlt sich aufregend an und manchmal ein bisschen unangenehm. Kann dein Partner dabei sein oder nur zuschauen, wie läuft es zu zweit, und hilft es wirklich gegen den Trott. Diese Fragen bekomme ich von Paaren oft, und ich beantworte sie unten ehrlich. Wie ein Date mit euch zusammen funktioniert, liest du auf der Seite für Paare.

  1. Wir wollen als Paar etwas wirklich Aufregendes und Neues ausprobieren. Was sind die Optionen?

    Es geht mehr, als die meisten Paare denken, und ein Trio ist längst nicht immer das, worauf es hinausläuft. Oft beginnt es kleiner: jemand dabei, der nur zusieht, oder gerade ein Abend, an dem sie die Aufmerksamkeit bekommt und er daneben sitzt.

    Andere Richtungen: zusammen in einen Pärchenclub mit Begleitung, damit ihr nicht zu zweit hereinkommt und sofort beäugt werdet. Eine Tantrasitzung zusammen. Ein Szenario, das ihr euch vorher ausdenkt und das ich umsetze. Oder eine Übernachtung, bei der nichts muss und nur Zeit da ist.

    Was funktioniert, hängt nicht davon ab, wie gewagt es ist, sondern davon, ob ihr beide ein bisschen nervös davon werdet. Das ist der einzige Maßstab, den ich kenne.

  2. Was ist ein originelles, aufregendes Geschenk, das wir uns als Paar machen können?

    Ein Abend oder eine Nacht mit einem Gigolo dabei, ein Geschenk an euch beide. Zu einem Jubiläum, einem Geburtstag oder einfach, weil ein mieses Jahr etwas gutzumachen hat. Origineller als ein Dinnergutschein wird es kaum.

    Du kannst es auch als Gutschein regeln, ohne schon ein Datum festzulegen, sodass die Person, die es bekommt, den Moment selbst wählt. Das funktioniert besser als eine Überraschung mit einem festen Abend, denn das ist kein Geschenk, mit dem du jemanden überrumpeln willst.

    Eine Bedingung: Beide müssen es wollen. Ein Geschenk, das eigentlich der Wunsch von einem von euch ist, zeigt sich am Abend selbst. Besprecht es also vorher, auch wenn das die Überraschung kostet.

  3. Können wir als Paar zusammen einen Gigolo buchen, und wie läuft das ab?

    Ja, und es passiert öfter, als du denkst. Ich arbeite sowohl mit Frauen allein als auch mit Paaren, und es gibt keinen Paarzuschlag: zusammen buchen kostet dasselbe wie allein.

    Es läuft ruhig ab. Vorab besprechen wir eure Wünsche und Grenzen, beide getrennt benannt, denn die decken sich selten genau. Während des Abends bestimmt ihr das Tempo; ich steuere nach und achte darauf, ob alle noch wirklich dabei sind.

    Der Abend beginnt fast immer mit einfach sitzen und reden, auch wenn ihr etwas Konkretes vor Augen habt. Diese halbe Stunde nimmt mehr Spannung heraus als jede Absprache auf Papier. Das ist kein Zeitverlust; das ist der Anlauf.

  4. Kann mein Partner dabei sein oder zuschauen, ohne mitzumachen?

    Ja. Dein Partner kann dabei sein und zuschauen, ohne selbst mitzumachen, oder eben doch mitmachen. Das bestimmt ihr gemeinsam, vorher.

    Manche Paare buchen einen Gigolo für sie, während er zuschaut. Andere machen zusammen mit. Es gibt auch eine Zwischenform, in der er mit Zuschauen beginnt und später dazukommt, und das darf sich unterwegs ändern, solange ihr es beide sagt.

    Vorher will ich wissen, was die Absicht ist, nicht weil es festgelegt ist, sondern weil Zuschauen ohne Absprache oft unangenehmer ausfällt als erwartet. Wer auf dem Sofa sitzt ohne Rolle, fängt an nachzudenken. Wer eine vereinbarte Rolle hat, auch wenn die “nur zuschauen” ist, tut das nicht.

  5. Wir lieben uns noch, aber das Feuer ist weg. Wie bekommen wir das zusammen zurück?

    Dieses Feuer kommt selten davon zurück, dass ihr euch mehr anstrengt. Es kommt zurück, sobald etwas passiert, das ihr nicht kommen saht, und genau das passiert in einer langen Beziehung fast nie mehr.

    Das ist kein Vorwurf. Ihr habt zusammen ein Leben aufgebaut, in dem wenig Unerwartetes steckt, und das war auch so gewollt. Nur lebt Begehren vom Gegenteil: davon, nicht zu wissen, was kommt.

    Was hilft, ist also nicht noch ein Gespräch und nicht noch ein Wochenende weg an dieselbe Art von Ort. Was hilft, ist eine Situation, in der ihr einander wieder als jemand Eigenen seht, statt als die Person, die neben dir sitzt. Was das konkret ist, ist bei jedem Paar anders.

  6. Unsere Beziehung steckt in einem Trott. Können wir zusammen etwas Aufregendes tun, um ihn zu durchbrechen?

    Ja, und damit seid ihr bestimmt nicht allein. Nur: noch ein Wochenende in den Ardennen durchbricht keinen Trott. Dafür muss etwas passieren, das wirklich außerhalb eures Musters liegt, und das fühlt sich per Definition ein bisschen beängstigend an.

    Der Test, den ich benutze, ist einfach. Wenn ihr vorher darüber reden müsst, seid ihr richtig. Wenn es sofort wie eine nette Idee wirkt, von der niemand nervös wird, ist es wahrscheinlich einfach ein Abend zum Ausgehen.

    Dieses Gespräch vorher ist übrigens oft schon die Hälfte des Effekts. Viele Paare sagen hinterher, dass sie im Vorfeld offener miteinander geredet haben, als sie es seit Monaten getan hatten.

  7. Wir sind eher Mitbewohner als Liebende geworden. Wie fühlen wir uns wieder zueinander hingezogen?

    Anziehung kommt zurück in dem Moment, in dem du deinen Partner wieder als eigenständigen Menschen siehst. Nicht als die Person, die die Spülmaschine ausräumt.

    Das gelingt in einem Haus voller Einkaufszettel, Terminkalender und Absprachen darüber, wer die Kinder abholt, fast nie von selbst. Nicht, weil etwas kaputt ist, sondern weil ihr euch den ganzen Tag in derselben Rolle seht, und diese Rolle ist nun mal nicht erotisch.

    Was funktioniert, ist eine Situation, in der diese Rollen kurz nicht gelten, und am besten eine, die nicht in eurem eigenen Haus stattfindet. Reden allein reicht hier meist nicht: Es geht nicht um Verständnis, denn das ist da. Es geht darum, etwas Neues zu sehen.

  8. Seit den Kindern kommt Sex nicht mehr zustande. Wie nehmen wir das als Paar wieder auf?

    Indem ihr wieder einen Moment dafür schafft, der völlig losgelöst von zu Hause ist. Solange Sex mit Kindern, Wäschebergen und einem Kopf konkurrieren muss, der nie ausgeht, verliert er immer. Das sagt nichts über eure Beziehung.

    Das Schwierige ist, dass die Standardlösung, “plan es ein”, für viele Paare gerade nicht funktioniert, weil ein Termin im Kalender genauso gut nach einer Aufgabe aussieht. Was wohl funktioniert, ist weg sein: ein Hotel, ein Abend, eine Nacht, in der euch niemand braucht.

    Und rechne mit dem Anlauf. Die ersten zwei Stunden gehen bei fast jedem Paar für das Zur-Ruhe-Kommen drauf. Plan dafür Zeit ein, sonst sitzt du da und wartest, bis etwas passiert.

  9. Ist es seltsam, als Paar einen Gigolo zu buchen? Schadet es unserer Beziehung?

    Nein, es ist nicht seltsam, und gut angegangen schadet es eurer Beziehung nicht. Oft stärkt es sie sogar, und das liegt selten am Abend selbst: es liegt daran, was ihr vorher darüber sagen müsst.

    Viele Paare reden im Vorfeld offener als seit Monaten. Über das, was sie vermissen, was sie wollen, wovor sie Angst haben. Dieses Gespräch wäre ohne Anlass nie zustande gekommen.

    Schief geht es, wenn einer von beiden mitmacht, um dem anderen einen Gefallen zu tun. Das merke ich meistens innerhalb von zehn Minuten, und dann spreche ich es einfach an, auch wenn das bedeutet, dass der Abend nicht stattfindet. Vorher Absprachen zu treffen hält die Eifersucht klein und das Vertrauen groß.

  10. Wie schlage ich meinem Partner vor, dass ich im Bett etwas Neues ausprobieren will?

    Fang bei dem an, was du fühlen willst, nicht bei dem, was du tun willst. Sagst du gleich, dass du einen Gigolo buchen willst, dann hört dein Partner vor allem, dass dir etwas fehlt und dass er nicht genügt. Dann geht das Gespräch darum, und nicht mehr um dich.

    Sagst du, dass du dich mal wieder begehrt fühlen willst und dass du neugierig bist, dann kommt ein Gespräch in Gang statt einer Verteidigung. Die konkrete Ausgestaltung kann immer später kommen.

    Wähl auch deinen Moment. Nicht direkt nach dem Sex, nicht kurz vorm Schlafen und nicht, wenn etwas anderes im Raum steht. Ein Spaziergang funktioniert besser als ein Gespräch am Tisch, denn nebeneinander laufen redet sich leichter als einander gegenüberzusitzen.

  11. Was, wenn die Chemie mit dem Dritten nicht da ist? Können wir das vorher spüren?

    Zum Teil schon, und genau deshalb fallen wir nicht gleich mit der Tür ins Haus. Bevor etwas im Kalender steht, schreiben wir hin und her, und viele Paare wollen erst telefonieren oder einmal zu dritt einen Kaffee trinken.

    Da spürst du meistens genug. Nicht, ob es funken wird, aber schon, ob es entspannt ist, und das Zweite ist wichtiger: Chemie, die fehlt, überstehst du, Unbehagen nicht.

    Und enttäuscht es am Abend selbst, dann hören wir auf. Das ist keine Katastrophe und es muss auch kein kompliziertes Gespräch werden. Weitermachen, nur weil es nun mal gebucht ist, bringt nie etwas, worüber sich jemand freut.

  12. Wie treffen wir vorher klare Absprachen darüber, was erlaubt ist und was nicht?

    Indem ihr es vor dem Date zusammen aussprecht, und getrennt voneinander. Im Kennenlerngespräch benennt ihr beide, was erlaubt ist, was nicht, und wo die Grenze liegt. Auch wenn die für jeden von euch anders ist, denn das ist eher die Regel als die Ausnahme.

    Ich fasse es danach zusammen, damit kein Missverständnis übrig bleibt und sich am Abend selbst niemand an etwas anderes erinnert. Das Einverständnisformular füllt jeder von euch selbst aus.

    Was oft vergessen wird: Legt auch fest, wie ihr aufhört. Ein Wort, von dem ihr beide wisst, dass damit sofort alles endet, ohne Erklärung und ohne dass etwas dazu gesagt wird.

  13. Ist es Fremdgehen, einen Gigolo zu buchen, wenn mein Partner davon weiß?

    Nein. Fremdgehen ist per Definition etwas, das du hinter dem Rücken deines Partners tust. Passiert es mit seinem oder ihrem Wissen und Einverständnis, dann ist es das nicht, so unangenehm das Wort auch klingen mag.

    Weiß und will dein Partner es, dann ist einen Gigolo zu buchen eine gemeinsame Entscheidung. Das ist eine andere Art von Entscheidung als Betrug, und in der Praxis verlangt es auch mehr von euch: Betrug verlangt nur Geheimhaltung, das hier verlangt ein Gespräch.

    Wo es sehr wohl schiefgeht, ist beim Halbwissen. “Er weiß, dass ich etwas mache, aber nicht was” ist kein Einverständnis. Dann ist es ein Aufschub desselben Gesprächs.

  14. Was, wenn mein Partner es mit dem Gigolo schöner findet als mit mir, und ist Eifersucht schlimm?

    Diese Angst verstehe ich gut, und in der Praxis kommt es fast nie so. Ein Abend mit mir ist eine Erfahrung, kein Vergleich. Ich bin ein paar Stunden da. Du bist schon Jahre da, und morgen auch noch.

    Was sehr wohl passiert, ist, dass ein bisschen Eifersucht mitkommt, und das ist nicht schlimm. Ein wenig Eifersucht gehört dazu und heißt meistens, dass etwas auf dem Spiel steht, das dir wichtig ist. Problematisch wird es erst, wenn du es wegsteckst.

    Sprich es also vorher an, auch wenn du dich dafür schämst. Ich frage im Vorgespräch selbst danach, und mit meinem Hintergrund als Psychotherapeut höre ich es meistens, wenn jemand sich selbst gerade beruhigt.

  15. Wie reden wir hinterher darüber, damit es uns näher zusammenbringt?

    Indem ihr es nicht sofort tut. Direkt danach steckt jeder noch voller Eindrücke, und dann sagst du leicht etwas, das du einen Tag später ganz anders formuliert hättest. Schlaf erst eine Nacht darüber.

    Fang danach bei dem an, was es mit dir gemacht hat, nicht bei dem, was du beim anderen gesehen hast. “Ich war überrascht, wie schön ich es fand” ist ein Gespräch. “Du wirktest ziemlich begeistert” ist ein Vorwurf mit einem Fragezeichen dahinter.

    Und rechne damit, dass ein, zwei Tage später bei einem von euch ein Tief kommen kann. Das ist normal nach intensiver Nähe und sagt nichts über den Abend. Du darfst mir in diesen Tagen einfach schreiben.

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