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Einen Dreier mit einem Gigolo organisieren: so läuft es sicher

Einen Dreier mit einem Gigolo organisieren als Paar

Einen Dreier mit einem Gigolo organisiert ihr als Paar, indem ihr vorher klärt, was ihr fühlen wollt, was erlaubt ist und was nicht, und ein Stoppwort vereinbart, das für alle drei gilt. Die dritte Person wählt ihr am besten gemeinsam, mit einem echten Gespräch vorher statt nur Fotos. Hier unten steht, wie so ein Trio in der Praxis läuft, und wo es meistens schiefgeht.

Von allem, was Paare zusammen ausprobieren wollen, steht dieser Wunsch ganz oben. Es ist auch die Idee, um die die meisten Paare jahrelang herumreden, ohne etwas damit zu tun, und das liegt selten daran, dass sie es nicht spannend finden. Es liegt daran, dass niemand weiß, wo man anfangen soll, und daran, dass das Gespräch darüber schon riskant wirkt.

Wo es schiefgeht, geht es fast immer vorher schief

Meiner Erfahrung nach scheitert ein Trio selten an dem, was im Schlafzimmer passiert. Es scheitert an etwas, das Wochen früher nicht ausgesprochen wurde.

Der Klassiker: es war seine Idee, und sie ist mitgegangen, um ihm einen Gefallen zu tun. Oder umgekehrt, denn das kommt genauso oft vor. Auf dem Papier haben beide Ja gesagt. Im Zimmer merkst du innerhalb von zehn Minuten, dass da jemand mitmacht, statt es mitzuerleben, und dann ist es schon zu spät, das Gespräch noch zu führen.

Der zweite: es wurde nie besprochen, was genau passiert und was nicht. “Wir schauen mal” klingt entspannt und ist das Gegenteil. Ohne Absprachen muss während des Abends verhandelt werden, und verhandeln, während du halbnackt bist, ist für niemanden angenehm.

Der dritte: es gibt keine Absprache übers Aufhören. Alle gehen davon aus, dass man “einfach was sagt”, aber in der Praxis sagt niemand etwas, weil du den Abend nicht verderben willst und weil du denkst, dass es an dir liegt.

Das Gespräch, das du vorher führst

Fang nicht bei dem an, was du tun willst, sondern bei dem, was du fühlen willst. Das klingt vage und ist das Praktischste, was es gibt. “Ich will mal wieder begehrt werden, während du dabei bist” ist ein Gespräch. “Ich will ein Trio” ist ein Vorschlag, zu dem die andere Person Ja oder Nein sagen muss, und das macht aus dem einen einen Bittsteller und aus dem anderen einen Türsteher.

Sag auch laut, wovor du Angst hast. Fast jedes Paar hat dieselben drei Ängste: dass die andere Person es schöner findet, dass etwas kaputtgeht, und dass du dich hinterher selbst nicht mehr erkennst. Sie auszusprechen holt mehr heraus als sie wegzureden.

Und besprich es nicht kurz vorm Einschlafen oder kurz nach dem Sex. Ein Spaziergang funktioniert besser: nebeneinander gehen redet sich leichter als einander gegenüberzusitzen.

Was du konkret absprichst

Drei Kategorien reichen, und die machst du beide getrennt:

Was du gern willst. Sei konkret. “Alles ist erlaubt” ist keine Antwort, sondern ein Weg, der Frage auszuweichen.

Was sein darf, aber nicht muss. Das ist die nützlichste Kategorie und wird am häufigsten übersprungen. Hier stehen die Dinge, bei denen du neugierig bist, ob sie passieren, ohne dass es eine Enttäuschung ist, wenn sie ausbleiben.

Was absolut nicht. Die steht fest, und darauf wird während des Abends nicht zurückgekommen. Bei mir hältst du das auch im Einverständnisformular fest, damit es nicht davon abhängt, wie ein Gespräch verlaufen ist.

Obendrauf: ein Stoppwort, das für alle drei gilt. Wenn jemand es sagt, hört alles auf, ohne Erklärung und ohne dass etwas dazu gesagt wird.

Die dritte Person für euren Dreier wählen

Hier liegt der größte Unterschied zwischen einem Trio mit einem Profi und einem Trio mit jemandem aus einer App. Ein Profi hat ein Interesse daran, dass es gutgeht und dass eure Beziehung heil bleibt; jemand, den du online triffst, hat dieses Interesse nicht.

Was du auf jeden Fall willst: erst zu dritt telefonieren oder videotelefonieren, und am liebsten einmal einen Kaffee trinken. Ob es funkt, spürst du da nicht; das weißt du sowieso nicht vorher. Wohl aber, ob es entspannt ist. Unbehagen ist vorhersehbarer als Chemie.

Frag auch ausdrücklich, wie jemand mit einem Paar umgeht, bei dem es unterwegs schiefläuft. An dieser Antwort hörst du, ob jemand das öfter gemacht hat.

Wie so ein Abend in der Praxis läuft

Ruhiger, als du jetzt denkst. Es wird geredet, es wird getrunken, und in der ersten halben Stunde passiert nichts außer Ankommen. Das ist kein Aufwärmen, sondern der Teil, der den Rest möglich macht.

Danach geht es so, wie ihr es abgesprochen habt, und manchmal bleibt es beim Reden. Auch das ist ein gelungener Abend, so seltsam das jetzt vielleicht klingt.

Hinterher ist Zeit zum Ankommen. Kurz nach Schluss ist nicht der Moment, darüber zu reden: alle sind voller Eindrücke und sagen dann leicht etwas, das einen Tag später ganz anders formuliert geklungen hätte. Schlaf eine Nacht darüber.

Und danach

Rechne damit, dass bei einem von euch ein, zwei Tage später etwas hochkommt. Unruhig, traurig, ohne erkennbaren Grund. Das ist normal nach intensiver Nähe und sagt nichts über den Abend.

Beginn das Gespräch danach bei dem, was es mit dir gemacht hat, nicht bei dem, was du an der anderen Person gesehen hast. “Ich bin erschrocken, wie schön ich es fand” öffnet etwas. “Du wirktest ganz schön begeistert” schließt etwas ab.

Willst du wissen, wie ich hier konkret arbeite, dann steht das bei Paare. Und zweifelst du noch, ob das etwas für euch ist: dieses Gespräch zu führen ist an sich schon die Hälfte der Wirkung.

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